Durchs landesinnere nach taipeh

Am Sonntagmorgen gibt es im Restaurant gegenüber ein letztes Frühstück in Kenting ehe wir uns auf den Weg Richtung Norden machen. Erst führt die Fahrt wieder durch zahlreich Dörfer und Städtchen ehe wir auf den Expressway abbiegen. Nun geht es zügiger voran. Nach knapp drei Stunden Fahrt verlassen wir die Autobahn Richtung Berge von Alishan. Jetzt wird es so richtig kurvig. Die letzten 38 Kilometer sollen rund eine Stunde dauern. So ist es dann auch. Kaum ein Meter geht es geradeaus. So kommen wir am Nachmittag in unserer Unterkunft auf 1200 m.ü.M. an. Wir werden von zwei Hunden und den Gastgebern herzlich empfangen und gleich zum Tee eingeladen. Die Gastgeberin spricht ziemlich gut Englisch. Sie empfiehlt uns gegen Aben noch weiter nach oben zu fahren um den Sonnenuntergang über den Teeplantagen zu geniessen. Durch einen Bambuswald und später durch Teestauden spazieren wir dem Sunset Trail entlang nach oben. Der Himmel ist ziemlich Bedeckt aber trotzdem geniessen wir den Sonnenuntergang. Es ist bereits nach 18.00 Uhr und wir merken, dass die meisten Restaurants in Kürze schliessen. Ganz in der Nähe hat uns unsere Gastgeberin ein Restaurant empfohlen und unter lauter Einheimischen lassen wir uns dort im letzten Moment noch verköstigen.

 

Bereits um 8.30 Uhr gibt es ein feines Frühstück. Nur der frittierte Fisch schmeckt uns nicht so. Unsere Gastgeberin leistet uns Gesellschaft und so erfahren wir, dass sie dem indigenen Volk der Tsou angehört. Es gibt noch rund 6700 Personen dieser Völkergruppe im Alishan Gebirge und sie unterrichtet abends jeweils deren Sprache an die Kinder und Jugendlichen aus der Region. Da wir uns sehr dafür interessieren empfiehlt sie uns, den YUYUPAS Cultural Park in der Nähe zu besuchen. So machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg dorthin. Wir schauen uns auf dem Gelände etwas um, trinken einen hier angebauten Grüntee und Kaffee und besuchen um 11.30 Uhr eine Show mit Tänzen und Gesang der Tsou. Wir sind die einzigen westlichen Besucher der Show und fallen somit etwas auf unter all den Taiwanesen.
Nach dem Besuch des Cultural Parks fahren wir rund 45 Minuten auf der kurvigen Bergstrecke zur Alishan Station. Mit der Alisahan Forest Railway fahren wir rund 10 Minuten bis zur Zhaoping Station auf 2274 m.ü.M. Von dort wandern wir, bei kühlen 14°C, auf dem Shiushan Forest Bathing Trail zum Giant Tree. Eine Ansammlung von mehreren roten Zypressen welche zusammengewachsen sind und seit rund 2000 Jahren dort stehen. Dies auf mehr als 2300 m.ü.M. Zurück geht es entlang einer stillgelegten Bahnstrecke zum Bahnhof Zhaoping. Via einem weiteren Trail wandern wir zurück zum Eingang der Alishan National Forest Recreation Area. Da es schon wieder Abend ist essen wir noch ein paar Nudel und Dumpling ehe wir uns auf die Rückfahrt zu unserer Unterkunft machen.

 

Für heute hat sie unser Frühstück etwas angepasst. So schmeckt uns nun alles und auch allen. So packen wir wieder unsere Sachen zusammen und machen uns auf die knapp dreistündige Fahrt zum Sun Moon Lake. Wir sind bereits um die Mittagszeit da und so fahren wir direkt zur Gondelbahnstation. Nach einem kurzen Imbiss steigen wir in die Gondeln ein. Eigentlich dachten wir, dass uns diese zu einem schönen Aussichtspunkt bringt. Zum Schluss der Fahrt geht es aber wieder steil nach unten zu einem Freizeitpark. Also keine Aussicht. Gegen den Besuch des Freizeitparks haben wir uns bereits im Voraus entschieden da die Zeit zu knapp gewesen wäre. So steigen wir wieder ein und fahren zurück. Das Hotel ist nur ein paar hundert Meter neben der Gondelbahnstation und so versuchen wir unser Glück bereits einchecken zu können. Es klappt bestens und wir bekommen sogar ein Upgrade in ein Zimmer mit Lift im 8. Stock. Das Hotel heisst Queen Castle Hotel und macht seinem Namen alle Ehre. Die Kinder sind baff und fragen sich, ob wir wirklich im richtigen Hotel gelandet seien. Die Lobby ist prunkvoll dekoriert und auch das Zimmer sieht aus wie ein Märchenschloss. Da es erst Nachmittag ist, wollen wir uns noch Fahrräder ausleihen um einen Teil um den See zu fahren. Bei der gewählten Vermietung gibt es aber keine Velo für Kinder und so entscheiden wir uns für je ein Drei- und Zweisitzer-Velo. Eigentlich sind es mehr Elektro Bikes die, wenn es geradeaus geht, 30km/h fahren und man muss nichts machen ausser Gas geben. Wir fahren halb um den See herum, halten ab und zu an um Fotos zu machen und genehmigen uns beim „Wendepunkt“ ein erfrischendes Getränk. Nach rund zwei Stunden geben wir die „Töffli“ wieder zurück. Am Abend schlendern wir durch die Strassen auf der Suche nach einem feinen Znacht. Google empfiehlt uns ein Restaurant mit super Bewertungen. Die Wartezeit von fast einer Stunde nehmen wir in Kauf, das ist ja ein gutes Zeichen. Ein weiteres Mal werden wir von der taiwanesischen Küche so richtig Verwöhnt. Das Warten hat sich gelohnt.

 

Am Mittwoch steht die letzte Etappe nach Taipeh auf dem Programm. Erst überlegen wir uns noch einen Zwischenstopp einzulegen. Wir entscheiden uns aber dagegen und so bleiben wir bis am Mittag am Sun Moon Lake. Erst führt die Fahrt wieder nach unten in die Ebene ehe wir auf die Autobahn abbiegen. Je näher wir Taipeh kommen desto mehr Spuren hat die Autobahn und auch der Verkehr nimmt zu. Wir schaffen es ohne grosse Probleme bis zur Autovermietung in der Nähe des Hauptbahnhofes, also mitten in der Stadt zu gelangen. Von einer vierspurigen Strasse geht es zum Schluss noch ein paar Meter in eine sehr enge Gasse rein. Noch enger und Simon hätte die Aussenspiegel einklappen müssen. Die Rückgabe des Autos verläuft blitzschnell und reibungslos und schon sind wir mit den Rucksägen am Rücken auf dem Weg in die Unterkunft. Die Airbnb-Wohnung liegt ebenfalls in der Nähe des Hauptbahnhofes und so können wir die Strecke zu Fuss gehen. Jack nimmt uns vor dem Mc Donald in Empfang und bringt uns in unsere Wohnung im 10. Stock. Da es schon fast Abend ist setzen sich die Kinder noch an die Hausaufgaben und Simon macht sich mit der Dreckwäsche auf den Weg in den Waschsalon.

 

Es ist nicht wirklich warm (20C°) und regnet immer wieder, als wir uns am späten Vormittag auf den Weg zur Metro machen. Wir gönnen uns in einer Bäckerei im Hauptbahnhof ein spätes Zmorge ehe wir mit der U-Bahn zu einem Shoppingcenter fahren. Später nehmen wir den Bus zurück zum Hauptbahnhof und von dort spazieren wir in die Fussgängerzone im Stadteil Ximending. Mit „lädele“ verbringen wir den Nachmittag. Am Abend machen wir uns auf dem Weg zum Taipeh 101, dem von 2004 – 2009 mit 508 Metern höchsten Gebäude der Welt. Da es aber oben ziemlich neblig ist, verschieben wir die Fahrt zur 89. Etage auf den nächsten Tag. Mit dem Bus fahren wir zum Rahoe Night Market. Wir sind nicht alleine aber dank dem, dass auf der einen Seite alle in eine und auf der andren Seite alle in die andere Richtung laufen kommen wir gut durch das getümmel. Wir essen (überessen) uns quer durch die Essensstände und lebendige Atmosphäre.

 

Am Freitag meint es das Wetter etwas besser mit uns. Es ist noch immer kühl und ein bissiger Wind weht uns um die Ohren. Wir fahren unter dem Boden bis zur Station Xiangshan von wo wir uns auf die „Wanderung“ Richtung Elephant Mountain machen. Unzählige Stufen geht es nach oben. Zur Belohnung können wir aber den Ausblick auf die Skyline geniesen. Nach dem Abstieg spazieren wir zum Taipeh 101. Dort fahren wir mit dem drittschnellsten Aufzug der Welt innert wenigen Sekunden vom 5. in den 89. Stock. Der Lift fährt mit 1010m/min also 60.6 km/h. Auf 382 Meter über dem Boden geniesen wir den 360° Ausblick auf die Stadt Taipeh. Zudem besichtigen wir die 660 Tonnen schwer Stahlkugel, welche zwischen dem 87. und 92. Stock aufgehängt ist und bei Erdbeben und Taifunen das Gebäude „auspendelt“ und ihm somit Stabilität verleiht.
Weiter führt unsere Stadttour zur nationalen Chiang-Kai-shek Gedächtnishalle und zum Liberty Square. Wir sind genau um die richtige Zeit da, um dem Wachwechsel der Ehrenwache zuzuschauen. Diesmal bei trockenem Wetter machen wir uns nochmal auf den Weg nach Ximending um weiter zu shoppen und den Strassenkünstlern zuzusehen. Da es schon wieder spät geworden ist und wir am Samstag sehr früh aufstehen müssen entscheiden wir uns für ein schnelles Znacht im Restaurant goldene Möve gegenüber unserer Unterkunft Wir sitzen da und essen unsere Burger als auf einmal eine Erdbebenwarnung auf dem Handy erscheint. Wir sollen ruhig bleiben und Schutz suchen. Wir schauen auf und sehen wie die Deckenlampe wackelt. Da sich aber alle Menschen um uns herum ganz normal verhalten schenken wir der Warnung auch keine grosse Beachtung. Später finden wir heraus, dass solche Warnungen bei einem Erdbeben ab Stufe 5 automatisch vom nationalen Wetterdienst auf alle Handys verschickt werden. Das Epizentrum war aber eine Kilometer vor der Küste Taiwans uns somit nicht stark spürbar. So gehen wir trotz allem ruhig zu Bett.
 

 

Am Samstag ist bereits um 4.30 Uhr Tagwache angesagt. Wir packen die letzten Sachen zusammen, verabschieden uns von Jack der uns noch ein paar Kekse für auf den Weg mitgebracht hat und lassen uns mit dem Taxi an den Flughafen chauffieren. Das Check-in bei EVA Air ist effizient und auch die Ausreise klappt schnell. So verweilen wir noch ein wenig am Flugfahren ehe wir um 8.00 Uhr Richtung Philippinen abheben. 

 

Fotos >>

 

<< zurück