Siquijor und Heimreise

Die letzte Woche von unserem Asien-Abenteuer ist angebrochen. Simon und Sandro holen erstmal Brötchen um etwas kleines zu Frühstücken. Für CHF 1.—bekommt man einen ganzen Sack voll süsse Brötchen.  Mit unseren Rollern fahren wir quer über die Insel in den Ort Siquijor um uns bereits Tickets für die Fähre am Mittwoch zu sichern. Unterwegs fallen plötzlich grosse Regentropfen vom Himmel. Wir finden einen „Schärm“  am Strassenrand (diese findet man überall) und sitzen den kurzen aber heftigen Regenschauer geduldig aus. Anschliessend fahren wir an den Hafen zur Verkaufsstelle von Ocean Jet. Da nur Barzahlung akzeptiert wird macht sich Simon erst auf den Weg Bargeld abzuheben. Wir buchen dann fünf Tickets auf dem Open Air Deck um möglichst an der frischen Luft zu sein. Um etwas zu essen entscheiden wir uns für Jollibee. Die philippinische Fastfoodkette ist hier populärer als Mc Donalds. Satt und mit den Tickets im Rucksack fahren wir zurück zu unserer Unterkunft um die Schnorchelausrüstung zu packen. An „unserem“ Strand kommt es uns schon komisch vor, dass wir keinen Eintritt bezahlen müssen und auch, dass niemand am schnorcheln ist. Kurz darauf werden wir von zwei Uniformierten freundlich darauf hingewiesen, dass die nächsten drei Tage „fish holiday“ sei. Es darf also weder gefischt noch geschnorchelt werden. Nur ein bischen plantschen liegt drin. Tja, dann legen wir uns halt nur faul an den Strand. Für das Abendessen entscheiden wir uns für das Seashell Museum. Wir erzählen den Betreibern Mark und seiner Frau von unserer Enttäuschung am Strand und er empfiehlt uns an Salagdoong Strand zu fahren da das Verbot nur in der Gemeinde San Juan gelte.

 

Wir befolgen den Rat von Mark und nach ein paar Brötchen fahren wir los Richtung Salagdoong. Die Roller werden im Wald geparkt, wie überall bezahlt man eine keine Eintrittsgebühr und schon geht es die letzten Meter zu Fuss runter an den Strand. Wir sind nicht alleine. Der Strand ist ziemlich steinig und somit nicht sehr angenehm mit den nackten Füssen. Das Wasser sieht aber sehr schön aus. Zudem gibt es einen grossen Felsen von dem man von unterschiedlichen Höhen ins Wasser springen kann. Der Versuch, beim schnorcheln etwas Schönes zu sehen hat sich nicht bewährt, das Hinunterspringen vom Felsen aber umso mehr. Da wir schon Mal in dieser Ecke der Insel sind fahren wir weiter zum Tulapos Marine Sanctuary. Hier soll es unter Wasser viel Schönes zu sehen geben. Jedoch muss man 200 – 300 Meter raus schwimmen und dies mit einem Guide. Wir buchen also einen, respektive zwei Guides. Flavia bleibt an Land da sie noch etwas erkältet ist und somit das Atmen durch den Schnorchel nicht angenehm ist. Da das Wasser schon wegen der kommenden Ebbe bereits stark zurückgegangen ist können wir die ersten 100 Meter zu watend zu Fuss zurücklegen. Unsere Guides führen uns weiter hinaus und wir bekommen wunderschöne Korallen, viele bunte Fische und sogar zwei Riffhaie zu sehen. Diese jedoch nur sehr tief unten, mehr als Schatten als wirklich scharf. Die Guides kümmern sich super um uns, besonders weit draussen ist die Strömung sehr stark und wir sind froh, nicht alleine zu sein. Nach einer Stunde waten wir wieder zurück an Land wo uns Flavia sehnlichst erwartet. Da es nun kürzer ist den anderen Weg um die Insel zurück zu fahren machen wir dies auch so. Nach fast einer Stunde im Sattel sind wir wieder zurück in unserer Unterkunft. So haben wir heute fast die ganze Insel umrundet.

 

Nach sechs Nächten auf Siquijor steht am Mittwoch die Abreise an. Da wir uns für die Fähre um 14.30 Uhr entschieden haben, haben wir am Morgen noch viel Zeit. Die letzte Fahrt mit unseren Rollern führt uns einmal mehr nach San Juan. Wir wollen noch ein paar Andenken kaufen und die Mädchen lassen sich im Nagelstudio die Fingernägel färben. Zum Mittagessen fahren wir in unsere Unterkunft und um 13.00 Uhr fahren wir mit unserem Jeepney an den Hafen von Siquijor. Wir checken für die Fähre nach Cebu ein und nach einer kurzen Wartezeit in der klimatisierten Wartehalle geht es aufs Schiff. Das grosse Gepäck wird unten verstaut und wir können nur mit dem leichten Gepäck hoch auf das Open Air Deck. Es hat nicht viele Leute und so können wir uns überall frei bewegen und sitzen wo wir möchten. Nach rund 1 Stunde und 40 Minuten legen wir in Tagbilaran an wo einige aus- und andere einsteigen. Um 17.00 Uhr geht die Fahrt weiter Richtung Cebu. Die Sonne verschwindet langsam in den Wolken und wir können über längere Zeit einen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Meer geniessen. Im dunklen fahren wir um 19.00 Uhr im Hafen von Cebu ein. Simon bestellt über die App Grab ein Taxi, dieses ist auch innert kürzester Zeit da. Die Fahrt durch Cebu auf die vorgelagerte Insel Mactan zieht sich aber extrem in die Länge. Erst nach 20.00 Uhr kommen wir im Hotel an. Wir haben uns wieder für das 1521 Mactan Resort entschieden. Das Hotel in dem wir bereits bei der Anreise eine Nacht verbracht haben. Wir werden herzlich begrüsst, bekommen noch etwas zu essen und sind dann schnell im Bett.

 

Da unser Flug erst am Abend Richtung Hongkong abhebt bleibt uns noch der ganze Vormittag am Pool. Freundlicherweise dürfen wir erst um 13.00 Uhr auschecken. Wir deponieren das Gepäck an der Reception, essen noch etwas zu Mittag und kurze Zeit später holt uns ein Taxi ab für die Fahrt an den Flughafen Cebu. Um 17.45 Uhr heben wir mit Cebu Pacific Richtung Hongkong ab. Die Einreise verläuft sehr effizient und das Gepäck ist auch innert kürzester Zeit da. Wir mögen diesen Flughafen irgendwie. Da der Hotelbus nur jede Stunde einmal fährt haben wir noch genügend Zeit am Flughafen etwas zu essen. Nach nur 10 Minuten Fahrt sind wir bereits beim Hotel Sheraton Kong Tung. Wir checken ein und beziehen unsere beiden luxuriösen Zimmer im 15 Stock mit Blick auf die beleuchteten Wolkenkratzer nebenan. Müde fallen wir ins bequeme Bett.

 

Am Freitagmorgen deponieren wir unser Gepäck im Hotel und fahren mit dem Hotelbus zur Tung Chung Station. Dort kaufen wir uns in einer Bäckerei ein leckeres Frühstück. Mit der Ngong Ping Gondelbahn fahren wir, nach rund 30 Minuten anstehen, über das Meer und die Hügel hoch zur Ngong Ping Station. Der letzte Teil der Fahrt führt durch stockdicken Nebel. Wir spazieren durch das „künstliche“ Ngong Ping Village bis zum buddhistischen Po Lin Kloster. Anschliessend steigen wir die 244 Stufen (Sandro und Flavia haben gezählt) hoch zum grossen Tian Tan Buddha. Von unten ist er im Nebel kaum zu sehen und oben hält sich die Aussicht auf das Umland entsprechend in Grenzen. Dafür windet es angenehm frisch. Wieder unten schlendern wir nochmal durch das Village, „lädele“ ein bischen ehe wir mit der Gondelbahn wieder nach unten fahren. Unterwegs sehen wir noch die neue Hongkong-Zhuhai-Macau Brücke, welche es bei unserem letzten Besuch in Hongkong noch nicht gab. Die sechsspurige Strasse führt 22.9 km über Brücken und 6.7 km durch einen Tunnel unter Wasser. Unten angekommen nehmen wir wieder den Hotelbus zurück ins Sheraton. Wir holen unser Gepäck ab und fahren mit dem nächsten Hotelbus an den Flughafen. Nach einem schnellen Check-in und einer rasanten Ausreise und Sicherheitskontrolle warten wir an unserem Terminal auf den Flug nach Chengdu. In Chengdu angekommen müssen wir nochmal durch eine Sicherheitskontrolle ehe wir uns in den Transitbereich begeben dürfen. Dort warten wir fast sechs Stunden auf unseren Flug nach Mailand. Um 01.45 Uhr Ortszeit hebt unser A350 ab. Der 10,5 stündige Flug verläuft, bis auf etwas wackeln sehr ruhig und am morgen früh um 6.34 Uhr landen wir in Milano-Malpensa. Nach einer kurzen Stärkung nehmen wir den Zug via Lugano und Luzern nach Meiringen.

 

Somit endet für uns ein sechswöchiges Abenteuer mit unseren Kindern. Wir haben extrem viel Schönes erlebt und die Zeit zusammen genossen. Auch wenn es manchmal herausfordernd war 24 Stunden zusammen zu sein. So hatten die drei Kinder ja niemand anderen als ihre Geschwister und uns Eltern um das Erlebte zu verarbeiten, zu spielen und zu streiten. Nun freuen wir uns darauf, mit vielen neuen Eindrücken, wieder in den Alltag einzutauchen. Wir danken allen die uns privat und geschäftlich unterstütz haben, damit wir unser Vorhaben umsetzen konnten. Es ist nicht selbstverständlich ein so tolles Umfeld zu haben, das unter Anweisungen der Reisenden im fernen Asien alles für einen erledigen.

 

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