Loboc River und Siquijor

Montag, Abreisetag. Pünktlich um 10.00 Uhr holt uns unser Fahrer Michael ab. Es ist derselbe, der uns mit dem Motorela vom Hafen nach Anda gebracht hat. Er hat uns ein gutes Angebot gemacht, diesmal aber mit einem Auto. Wir fahren los Richtung Chocolate Hills. Nach Google Maps wählt er eine etwas längere Strecke als gedacht und so dauert die Fahrt über zwei Stunden. Im Landesinnern ist es heiss, sehr heiss. Wir kaufen die Tickets um die Aussichtsplattform zu besuchen und lassen uns dann bis zum Wendeplatz hoch chauffieren. Von dort geht es eine lange Treppe hoch zum Ausguck. Es weht kein Wind und so kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Die Aussicht von oben auf die bekannten Chocolate Hills ist aber wunderschön. Wieder unten geben wir den Zettel ab und unser Fahrer wird kontaktiert um uns abzuholen. Da wir langsam aber sicher hungrig sind, bringt uns unserer Fahrer zum Kinaiyahan Forest Park. Wir müssen eintritt bezahlen und sind zuerst etwas skeptisch. Ein Teil des Eintrittes wird aber an die Konsumation im Restaurant angerechnet. So spazieren wir durch den Bambuswald zum Restaurant welches komplett aus Bambus gebaut ist. Wir bestellen ein Menu für vier Personen mit philippinischen Spezialitäten. Wir sind dann positiv überrascht wie schön alles angerichtet ist und wie fein das Essen schmeckt. Alles wiederum zu einem sehr günstigen Preis für an einem solchen Ort. Nach dem Essen erkundigen wir noch ein bischen die Anlage mit vielen Pfauen. Als aber ein Mitarbeiter eine Python aus einer Kiste hervornimmt und Selina damit erschreckt haben wir genug gesehen und gehen zurück zum Auto. Weiter geht es zur Tarsier Conservation Area. Ganz leise schauen wir uns die Koboldmakis im Wald an. Koboldmakis oder eben Tarsiere sind kleine 9-16 cm grosse Primaten mit riesigen Augen. Es sind wirklich lustige Tierchen. Im Wald ist es extrem tropisch und der Schweiss läuft einem bei der kleinsten Bewegung nur so runter. Nach diesem Stopp fahren wir noch eine halbe Stunde bis zu unserer Unterkunft, der Loboc River Lodge direkt am Loboc Fluss. Wir verabschieden uns von Michael und werden freundlich mit Sir Simon und Ma’am Doris begrüsst. Hier gönnen wir uns etwas Luxus, zwei miteinander verbundene Suiten direkt am Fluss und nebendran ein Pool. So lassen wir den Abend am Fluss ausklingen.

 

Wir starten spät in den Tag. Nach einem aussergewöhnlich reichhaltigen Frühstück am Buffet ist lernen angesagt. Da wir so viel Platz haben kann jedes Kind für sich an einem Platz arbeiten. Nach dem Mittag entscheiden wir uns für eine Kayak-Fahrt auf dem Loboc River. Doris und Selina und Simon und Sandro bilden ein Team und Flavia bekommt ein eigenes Kayak. So ziehen wir mit einem Guide (anscheinend ist das hier ein Muss, wozu auch immer) Flussaufwärts los. Am Flussufer der Dschungel und wir mitten auf dem tropischen Fluss. Einfach wunderschön. Also spätestens ab dem Zeitpunkt wo Doris und Selina den gleichen Rhythmus beim paddeln gefunden haben. 😊 Nach einer Stunde ist der Spass vorbei und wir sind zurück im Resort. Um 16.30 Uhr nehmen wir am Rundgang teil. Das Gelände ist riesig und besteht aus verschiedenen Inseln. Eine ist die Affeninsel. Hier leben zirka zwanzig Affen die täglich zwei Mal mit Rüstabfällen aus der Küche gefüttert werden. Weiter geht es zur Love Island, welche während dem Lockdown gebaut wurde um den Mitarbeitenden trotzdem eine Anstellung zu bieten. Weiter geht es zu den Enten die von Hand gefüttert werden können und zum Schluss steht ein Wasserbüffel da, auf dem die Kinder noch eine Runde reiten können. Die ganze Anlage gehört einer philippinischen Familie die darauf bedacht ist, im Einklang mit der Natur Tourismus zu betreiben.

 

Eigentlich war geplant, am Mittwoch weiter zu reisen. Flavia liegt aber mit Fieber, Bauch- und Kopfschmerzen im Bett. Da wir eine luxuriöse Suite mit Klimaanlage haben entscheiden wir, noch eine Nacht zu verlängern. So gehen wir in zwei Schichten Frühstücken damit immer jemand bei der Patientin ist. Noch vor de Mittag macht sich Simon mit Selina und Sandro mit einem Trycicle auf den weg in den nahegelegenen Ort. Wir besichtigen die grosse Kirche, welche 1734 aus Korallensteinen errichtet wurde. Weiter geht unser Spaziergang in der Hitze zum sehr touristischen Hafen für die Loboc Schiffe, auf welchen auch ein Essen angeboten wird. Wir schauen dem Treiben etwas zu und versuchen noch ein schönes Andenken in einem Souveniergeschäft zu finden. Zurück über die Fussgängerbrücke kaufen wir in der Bäckerei noch ein paar süsse Brötchen ehe wir entscheiden mit einem Trycicle zum nahegelegenen Ecotourism Adventure Park zu fahren. Dort gibt es eine 520 Meter lange Zipline von der einen Seite des Loboc Rivers auf die andere. Kurz darauf hängen Selina und Sandro bereits zusammen bäuchlings in einer Matte und los geht die rasante Fahrt, teilweise 120 Meter über Boden. Simon folgt ihnen sogleich. Für die Rückfahrt entscheiden wir uns dann für die Gondel da wir aus luftiger Höhe noch ein paar Fotos machen wollen. In der Meinung, auf die Schnelle einen Transport zurück ins Dorf zu bekommen machen wir uns nach diesem Spektakel zurück zum Parkplatz. Leider stehen aber keine Fahrzeuge für uns zur Verfügung. So spazieren wir rund 400 Meter bis zur nächsten Hauptstrasse. Schon kurze Zeit später hält ein Bus an der uns für 13 Rappen pro Person zurück nach Loboc bringt. Von dort aus fahren wir mit einem Hello Kitty Tricycle zurück in die Unterkunft um zu schauen wie es Flavia und Doris geht. Sandro ist noch nicht müde und so macht er noch den Pool unsicher ehe wir nochmal zur Fütterung der Affen aufbrechen. Auch danach ist er noch nicht müde und mit einem klapperigen Fahrrad begeben sich die Männer auf eine Velotour auf dem grossen Gelände. Zum Abendessen lassen wir uns wieder im, auf alle Seiten offenen Restaurant am Fluss verwöhnen. Einzig Flavia hat noch keinen Appetit.

 

Check-out ist spätestens um 12.00 Uhr. Wir nutzen das voll aus und verlassen erst nach dem Mittag unser Hotel. Mit einem Minibus fahren wir 40 Minuten zum Hafen in Tagbilaran. Da die Schalterhalle für die Fährentickets voll ist entscheiden wir, dass uns unser Fahrer direkt aufs Hafengelände fährt und wir das Gepäck erstmal dort ausladen. Simon fährt anschliessend mit ihm zurück zum Verkaufsbüro. Da wir aber nicht mehr viel Bargeld haben läuft Simon erstmal noch zum nächsten 7-eleven um Geld zu beziehen (im 7-eleven kann man mehr rauslassen als bei den andern). So ist dann auch die Schalterhalle leer und der Ticketkauf für die Fähre nach Siquijor verläuft zackig. Nach dem Bezahlen der Hafengebühr und der Aufgabe des Gepäcks, natürlich auch kostenpflichtig warten wir in der Wartehalle auf unsere Fähre. Sie hat Verspätung. In der Fähre sitzen wir in der Tourist Class zuvorderst, direkt vor dem grossen Fernseher auf dem kindergerecht der Film Anaconda läuft. Nach 1 Stunde und 40 Minuten rasanter Fahrt legen wir in Siquijor an. Dort wartet bereits unser Easyride für in die Unterkunft. Diese liegt etwas ausserhalb von San Juan, an der Hauptstrasse und in der Nähe vom Tubod Beach. Unser Häuschen ist aber in einer Seitengasse etwas von der Hauptstrasse entfernt. Wir spazieren noch kurz zum Strand aber es ist sehr schwül und heiss und so geniessen wir nach dem Abendesse unser klimatisiertes Zimmer.

 

Den Freitag lassen wir gemütlich angehen. Nach einem reichhaltigen Frühstück, es gibt sogar Rösti, machen wir uns auf an den Tubod Strand. Mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen schwimmen wir hinaus ins Meer und sind begeistert. Korallen, viele bunte Fische und einfach eine sehr lebendige Unterwasserwelt bringen uns zum Staunen Wir geniessen es, bis es die Ebbe nicht mehr zulässt über die Korallen ins Meer raus zu kommen. Gegen Abend fahren wir mit einem Tuktuk ins Zentrum von San Juan, spazieren ein bischen durch das Dörfchen und zum Abendessen lassen wir uns in einem italienischen Restaurant mit Pizza und Pasta verwöhnen.

 

Morgenstund hat Gold im Mund. Die Gezeiten lassen es zu, dass wir bereits kurz nach 7.00 Uhr zum Schnorcheln aufbrechen. Wir sind fast die ersten im Wasser und sehen noch mehr Fische und sogar eine Meeresschildkröte. Zum Frühstück begeben wir uns in Marille’s Seashell Museum. Die Betreiberin ist unsere „Nachbarin“ und es ist nicht nur ein Museum sondern auch ein Restaurant. Wir bestellen das Frühstück und während wir darauf warten dürfen wir das Museum kostenlos besuchen. Marille weiss viel spannendes über die rund 3000 ausgestellten Muscheln zu erzählen. Nach der Führung gibt es ein leckeres Frühstück. Da es uns so gefällt und genügend Platz das ist entscheiden wir, dass die Kinder noch ein bischen lernen. Es hat sich gelohnt da zu bleiben, kurz nach dem Entscheid fängt aus Kübeln an zu regnen. Wir bleiben fast bis am Mittag da und die Kinder kommen gut voran mit ihren Aufgaben. Nach dem Mittag mieten wir zwei Roller um ins Landesinnere zu fahren. Über Stock und Stein, gemäss Google die kürzeste Strecke, fahren wir fast eine Stunde zum „Schmetterling-Garten“. Es ist hübsch aber das Papiliorama hat schon etwas mehr zu bieten. Weiter geht es, diesmal entlang der Hauptstrasse, wieder Richtung Meer. Unterwegs wollen wir noch den unterirdischen Fluss erkunden, jedoch sind wir schon etwas spät dran und so reicht die Zeit nicht mehr für die Führung. So fahren wir halt wieder zurück.

 

 

Am Sonntag führt unsere erste Fahrt zu den Luganson Falls, welche ganz in der Nähe liegen. Wir wandern runter bis zum Wasserfall und geniessen ein erfrischendes Bad. Nach dieser Erfrischung und einem kurzen Zwischenstopp in unserem Häuschen fahren wir weiter an den Paliton Beach. Wir merken erst später, dass wir an der kleineren der beiden Strände gelandet sind, uns gefällt es aber. Ebenfalls etwas spät merken wir auch, dass das Riff wohl ziemlich weit draussen ist und wir schnorcheln nur über Seegras. Es gibt aber auch im Seegras einiges zu entdecken. Die Kinder geniessen das Strandleben mit Lesen und Sandburg bauen. Für das Abendessen entscheiden wir uns für ein Thai Restaurant. Der Weg dorthin ist mit dem Roller eigentlich ziemlich kurz. Durch die vielen Baustellen mit einspuriger Fahrbahn aber keiner Ampelanlage zieht sich die Fahrt etwas in die Länge. Das Verkehrschaos ist perfekt, dies zur Belustigung der Einheimischen die vor ihren Häusern stehen und das Durcheinander filmen. Auch wir finden es lustig.

 

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