Camiguin und Anda

Nach knapp drei Stunden Flug im EVA Air Hello Kitty A330 landen wir noch vor dem Mittag in Cebu-Mactan. Der eigentliche Plan war, am Nachmittag gleich weiter nach Camiguin zu fliegen. Dieser hat sich aber schon im Februar geändert als Cebu Pacific die Flugzeit vom Nachmittag auf den Mittag verschoben hat und uns so zu wenig Zeit um Umsteigen geblieben wäre. Also erstmal auf den Philippinen einreisen und das Gepäck abholen. Das ganze Prozedere dauert fast zwei Stunden. Über die App Grab bestellen wir ein Taxi das uns zum nahegelegenen Hotel bringt. Wir sind noch etwas für zum einchecken aber bekommen unser Zimmer trotzdem schon. Dank einem Upgrade können wir in einer grossen Suite nächtigen. Wir geniessen den schönen Pool und erholen uns den ganzen Nachmittag von den Reisetrapazen.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück machen wir uns mit einem Taxi auf den Weg zurück zum Flughafen. Bereits 15 Minuten vor der offiziellen Abflugzeit heben wir mit einer kleinen ATR 72-600 von Cebu Pacific Richtung Camiguin ab. Es ist ein unglaublich schöner Flug über die Inseln der Philippinen und bereits nach einer guten halben Stunde landen wir am winzigen Flughafen auf der Insel Camiguin. Wir werden von einem Tuktuk abgeholt, laden das Gepäck aufs Dach und nur sieben Minuten sind wir im Playa del fuego Resort am dunklen Sandstrand. Wir beziehen ein einfaches Häuschen an vorderster Front am Meer. Den Rest vom Tag verbringen wir mit einem Bad im Meer und faul herumliegen in der Hängematte.

 

Am Montag werden wir von unserem gebuchten Fahrer abgeholt für unseren Ausflug auf die Insel Mantigue. Am Hafen angekommen mieten wir ein Boot, das uns auf die 3.5 Kilometer vor der Küste liegenden Insel bringt. Hier ist der Sand fast weiss und das Wasser glasklar. Sofort sind wir im Wasser zum schnorcheln. Da das Wasser beim Riff aber schon ziemlich tief ist und die Sicht etwas getrübt sehen wir erstmal nicht wirklich viel. Nach kurzer Erholung schwimmen wir aber nochmal raus und diesmal ist es besser. Wir sehen zahlreich bunte Fische, ganze Fischschwärme und viele Seesterne. Nach drei Stunden auf der Insel machen wir uns wieder auf den Rückweg.

 

Wir sind gerne selber mobil und so mieten wir für Dienstag zwei Roller. Simon packt Selina auf den Roller und Doris nimmt Flavia hinter und Sandro vor sich. So fahren wir los. Den ersten Halt legen wir beim versunkenen Friedhof ein. Ein grosses, weisses Kreuz im Wasser erinnert an die Tragödie von 1871. Bei einem Vulkanausbruch ist der gesamte Friedhof ins Meer abgerutscht. Heute könnte man den Friedhof noch schnorchelnd oder tauchend erkunden. Den Kindern ist das aber zu gruselig über die mit Korallen bewachsenen Grabsteine zu schnorcheln. Nur ein paar Meter weiter besichtigen wir die von den Spaniern erbaute Kirche welche ebenfalls dem Vulkan zum Opfer fiel. Trotz Gegenwind wird es langsam aber sicher heiss auf dem Roller. So fahren wir weiter zur Sto. Niño Cold Spring. Quasi ein Freibad mit 20-25°C Quellwasser aus den Bergen. Da auf den Philippinen Schulferien sind, sind wir nicht alleine. Der grosse Pool ist eine willkommene Abkühlung. Auf dem ganzen Gelände veranstalten die Einheimischen richtige Gelage. Wir begnügen uns mit ein paar Nudeln. Nach gut drei Stunden im Bad fahren wir weiter zum Tuasan Wasserfall. Auch dort baden wir kurz ehe wir quer über die Insel, durch wunderschöne Landschaften zurück in die Unterkunft fahren. Da wir unterwegs in einem Kaffee noch einen Halt eingelegt haben, gehen wir erst spät zum Abendessen. Wegen einem Dorffest ist die Küche aber geschlossen. So bestellen wir uns kurz vor Ladenschluss eine feine Holzofen Pizza welche kurz später auch geliefert wird. Nach dem Abendessen schauen sich Simon und Sandro noch das Dorffest an. Es ist jedoch mehr für Jugendliche mit Disco auf dem Basketballplatz und ein paar wenigen Ständen.

 

Wir geniessen weiterhin unsere Freiheit mit den Rollern, fahren aber erst gegen Mittag los. Zuerst nach Mambajao wo wir uns in den Markthallen umschauen. Im Shoppingcenter gleich gegenüber finden wir für Flavia sogar Flossen. Kurz bevor wir ins Landesinnere abbiegen wollen bemerken wir, dass der Hinterreifen von Doris Roller platt ist. Auch ein paar Einheimische auf der gegenüberliegenden Strassenseite sehen es und bieten sofort Hilfe an. Innert Sekunden ist der Schlauch draussen und Simon macht sich auf den Weg zurück nach Mambajao um einen neuen zu kaufen. Nur ein paar Minuten später kehrt Simon mit einem neuen Schlauch für CHF 2.—zurück. Schlauch rein, Reifen gepumpt und wir sind bereit zur Weiterfahrt. Bergauf fahren wir bis zum Katibawasan Wasserfall. Das Wasser ist eiskalt aber eine schöne Erfrischung. Am Nachmittag gibt es ein spätes Mittagessen mit wunderschöner Aussicht im Utopia Café. Quer über die Insel und mit einem Zwischenhalt an ein paar Souvenierständen kehren zurück in die Unterkunft.

 

In der letzten Nacht auf Camniguin beginnt es zu regnen und auch am morgen regnet es weiter. Wir packen unsere Sachen zusammen und lassen uns zum Fährhafen chauffieren. Pünktlich um 9.30 Uhr legt die Super Shuttle Ferry nach Bohol ab. Die Plätze sind gut belegt und so finden wir erstmal nur im stickigen Innern des Schiffes einen Sitzplatz. Simon und Sandro begeben sich rauf auf Deck an die frische Luft. Gemütlich tuckert die Fähre über das Meer. Die gut vier Stunden Fahrt ziehen sich in die Länge und in der Hälfte der Fahrt wird das Meer etwas rauer. Ein paar Mal sehen wir für kurze Zeit Delfine herumschwimmen und immer wieder springen fliegende Fische aus dem Wasser und gleiten über die Oberfläche. Im Hafen von Jagna angekommen gehen wir erstmal, wie alle westlichen Touristen vom Schiff, in den Mc Donald um uns für die Weiterreise zu organisieren. Im Mc Donald auf den Philippinen gibt es übrigens auch Reis und Spaghetti. Jedoch sind die Pommes ausgegangen.
Nach einer kurzen Stärkung finden wir gleich vor der Türe einen freundlichen Motorela-Fahrer der uns, nach etwas verhandeln, einen guten Preis für die fast einstündige Fahrt zur Unterkunft macht. Wir packen unser Gepäck auf das Dach, der Fahrer zurrt es fest und los geht die abenteuerliche Fahrt nach Anda. In der Unterkunft werden wir herzlich begrüsst und wir können sofort unser Familien Bungalow beziehen. Die Zeit reicht sogar noch für ein Bad im warmen Meer. Sandro findet am Strand einheimische Jungs zum Spielen und die Mädchen geniessen beim Lesen den Blick auf den weissen Sandstrand. Um 20.00 Uhr gibt es ein super feines Abendesse am «Familientisch».

 

Den Freitag lassen wir gemütlich angeben. Sandro ist als erster wach und hat bereits Hunger. So machen sich die Männer auf zum Frühstück. Die Zeit bis die andern folgen wird mit Badminton, Boules und UNO verbracht. Da das Riff rund 200 Meter draussen im Meer ist rüsten wir Flavia und Sandro mit einer Schwimmweste aus. Simon macht sich auf zu einer Schnorcheltour mit ihnen. Die Strömung ist aber extrem stark und kaum beim Riff angekommen, müssen sie schon wieder umkehren, um überhaupt wieder an Land zu kommen. Es ist ein Kampf. Den Rest des Tages verbringen wir mit Hausaufgaben, Lesen und Spielen. Am späteren Nachmittag kommen Sandros Kumpel wieder an den Strand und so ist er wieder stundenlang damit beschäftigt, mit ihnen zu spielen.

 

Für Samstag haben wir uns wieder zwei Roller gemietet. So düsen wir nach dem Frühstück (das ist jeweils ziemlich spät) los zum Lamanok Mangrove Steg. Ein paar Stufen unterhalb der Strasse lösen wir Tickets für eine Mangroven-Tour. Erst spazieren wir über einen 300 Meter langen Steg bis zur Anlagestelle der Boote. Wir werden auf zwei Boote aufgeteilt und ein Guide rudert uns gemütlich durch die Mangroven. Sehr entspannend und gemütlich. Nach einer halben Stunde sind wir zurück und über den Steg geht es zurück zu unseren Fahrzeugen. Wir fahren zurück ins Dörfchen und an den dortigen Quinale Beach. Es ist viel los am Samstagmittag und wir spazieren entlang vom Strand zum Anda Food Park direkt am Meer. Ein paar kleine Häuschen bieten verschiedenste Speisen an. So à la Foodcourt kann man sich holen was man begehrt und dies dann auf roten Plastikstühlen am Strand geniessen. Nach dem Essen spazieren wir wieder den Strand hinunter bis wir eine Kajak-Vermietung finden. Sandro und Flavia wollen sich als Kanuten beweisen. Die Strömung ist ziemlich stark und die Wellen drehen ihr Kanu immer wieder in eine andere Richtung. Es sieht anstrengend aus aber scheint ihnen Spass zu machen. Selina vertieft sich in der Zeit in ihr Buch. Nach einem kurzen Halt bei der Markthalle und ein paar Brötchen fahren wir zurück zu unserer Unterkunft und geniessen den Hausstrand.
 

 

Wir habend die Miete der Roller verlängert (irgendwie sind wir sehr gerne damit unterwegs). Diesmal fahren wir etwas weiter. Knapp 30 Kilometer fahren wir bis zum grössten Wasserfall Bohols, dem Can-umantad Fall. Unterwegs werden wir nur kurz von einem leichten Regenschauer gebremst und kurz vor dem Wasserfall von der Zahlstelle wo der Eintritt für den Wasserfall fällig wird. Mit den Rollern dürfen wir die steile Strasse bis in die Nähe des Wasserfalls fahren. Von dort sind es nur noch 5 Minuten zu Fuss. Besonders die Kinder plantschen ausgiebig in den verschiedenen Becken. Da sich schon wieder der Hunger bemerkbar macht fahren wir die steile Strasse hoch, durch eine gesperrte Strasse (für Autos, mit dem Roller kommt man gerade so durch) weiter zum nahe gelegenen Isla de Encanto Cafe. Die Aussicht ist umwerfend schön, wir sehen über die Hügel bis zum Meer. Zudem schmecken die Snacks und Melonensäfte ausserordentlich gut. Wir machen uns auf den Rückweg nach Anda. Nochmal werden wir von einem Regenschauer überrascht aber durch den Fahrtwind trocknen die Kleider schnell wieder. Eine Stunde fahren wir, mehrheitlich auf Nebenstrasse durch eine wunderschöne Gegend. Was wir am Strassenrand alles sehen und entdecken können wir nicht auf Fotos festhalten. Überall winken uns Kinder und auch Erwachsene freundlich zu. Wir halten wieder beim Markt und essen zum Zvieri nochmal verschieden süsse Brötchen und ein paar Bananen. Zurück in der Unterkunft geniessen wir den letzten Abend am Strand.

 

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