Bevor der eigentliche Reisebericht startet erst eine Vorgeschichte zu unserer Reise. Bereits vor rund neun Monaten haben wir unsere Flüge von Genève über Abu Dhabi nach Hongkong und von Manila über Abu Dhabi nach Zürich gebucht. Ende Februar hat die weltpolitische Lage geändert und so war es nicht mehr denkbar den Flug via Naher Osten anzutreten. Rund drei Wochen vor der Anreise konnten wir die Flüge bei Etihad kostenlos stornieren und uns um eine neue Verbindung kümmern. Die Direktflüge ab der Schweiz waren auf Grund der Situation extrem teuer. Wir fanden aber einen günstigen Flug mit Air China von Milano nach Hongkong und zurück. Mit je rund drei Stunden Umsteigezeit in Chengdu erschien uns die Verbindung als passend. Fünf Tage vor dem Abflug kam von Air China die Meldung, dass der Anschlussflug von Chengdu nach Hongkong storniert sei und wir auf einen späteren Flug umgebucht wurden. Also wurden aus drei Stunden am Flughafen Chengdu auf einmal gut sieben. Ein klärendes Gespräch mit der Air China Hotline ergab, dass wir somit für ein kostenloses Transithotel berechtigt sind. Dies haben wir auch gleich gebucht.
Nach der ganzen Vorgeschichte machen wir uns also am Sonntag, 12. April mit Sack und Pack und viel Freude auf den Weg Richtung Milano. Via Luzern und Lugano führt die Zugfahrt nach Milano Centrale. Kurz nach dem Mittag kommen wir an und zu Fuss geht es zur in der Nähe des Bahnhofes gelegenen Unterkunft. Das Gepäck wird deponiert und mit der „kinderfreundlichen“ Metro (Kinder bis 14 Jahre fahren gratis) fahren wir ins Stadtzentrum zum berühmten Mailänder Dom. Das Gewusel ist wegen dem stattfindenden Marathon gross. Wir beklatschen noch die letzten die ins Ziel kommen ehe wir an zentraler Lage, für nicht wenig Geld etwas kleines essen. Nach einem kurzen Stadtbummel erholen wir uns noch etwas in unserer Wohnung ehe wir mit Küblers zum Pizzaessen gehen.
Am Montag machen wir uns wieder zu Fuss auf den Weg zum Bahnhof und mit dem Malpensa Express an den Flughafen. Das Check- in verläuft reibungslos und so heben wir um 13.00 Uhr ab Richtung China. Der Flug über Russland dauert gute 10 Stunden und sogar etwas verfrüht landen wir am Morgen früh (in der Schweiz am Abend spät) auf dem chinesischen Flughafen Chengdu. Nichs wie raus aus dem Flugzeug und so schnell wie möglich durch die Passkontrolle und ins gratis Transithotel. In Chengdu gibt es nämlich ein gratis 240-Stunden Visum für Transitgäste. Leichter gesagt als getan. Die Warteschlange bei der Passkontrolle ist endlos. Müde stellen wir uns hinten an. Als wir nach über einer Stunde anstehen endlich zuvorderst sind erwischt Simon mit Sandro und Flavia den wohl langsamsten Einreisebeamten weltweit. Nach jedem Anschlag auf der Tastatur fallen ihm wieder die Augen zu. Es ist zum wahnsinnig werden. Rund 2.5 Stunden nach der Landung sind wir endlich am Air China Schlater. Dort wird uns mitgeteilt, dass der nächste Bus ins Hotel in drei Minuten fahre. Wir eilen also raus und sind nach einer Minute bereit den Bus zu besteigen. Jedoch kommt kein Bus. Also nach 15 Minuten wieder rein und nachfragen. So erfahren wir, dass der nächste Bus erst in einer Stunde fahre. Wir fangen an zu rechnen und mit der Erfahrung der Passkontrolle entscheiden wir, auf die 40-minütige Fahrt zum Hotel zu verzichten und die Zeit am Flughafen tot zu schlagen. Nach einer halben Stunde in China reisen wir also wieder aus und suchen uns ein paar bequeme Sitze um die nächsten 4.5 Stunden rum zu bringen. Pünktlich um 13.15 Uhr Ortszeit hebt unsere Maschine nach Hongkong ab und gute zwei Stunden später landen wir in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Einreise erfolgt blitzschnell und mit dem Flughafenbus fahren wir bis in die Nähe unserer Unterkunft. Unsere gebuchte Wohnung befindet sich nur zwei Strassen neben der bekannten Nathan Road. Die Wohnung ist mit zwei Zimmern für Hongkong-Verhältnisse schon fast gross. Da wir nun wirklich sehr müde sind, genehmigen wir uns um die Ecke nur ein schnelles Znacht.
Mehr oder wenige ausgeschlafen sind wir am Dienstag bereit die Stadt zu erkunden. In der nahegelegenen MTR Station Yau Ma Tei kaufen wir für alle Octopus Karten für
die öffentlichen Verkehrsmittel. Unsere erste Fahrt führt nach Hongkong Island. Durch den schönen Hong Kong Park spazieren wir zur Talstation vom Peak Tram. Mit der Standseilbahn geht es steil
hoch auf den 552 Meter hohen Victoria Peak von wo aus man einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt geniessen kann. Wir machen viele Fotos, staunen über die Hochhäuser und kaufen bereits die
ersten Souvenir (ja, die Erfahrung hat gezeigt, dass man etwas kaufen soll, wenn es einem gefällt. Man weiss nie ob man es nochmal sieht). Für die Talfahrt entscheiden wir uns für einen
Doppelstockbus. Die Strecke ist sehr kurvig und so steigen wir unten angekommen so schnell wie möglich wieder aus. Mit dem doppelstöckigen Tram geht es weiter zum Central-Mid-Level Escalator. Mit
800 Metern Länge ist es das längste überdachte Aussen-Rolltreppensystem der Welt. Wir spazieren durch die Gassen und Strassen zum Man Mo Tempel, dem ältesten taoistischen Tempel der Stadt. Weiter
geht die Wanderung durch die Strassenschluchten, über gedeckte Fussgängerbrücken und durch Shopping Center runter an den Pier der Star Ferry. Mit der legendären, seit 1888 in Betrieb stehenden
Fähre fahren wir zurück nach Kowloon. Vom Kowloon Public Pier aus geniesse wir die Aussicht auf die Skyline von Hongkong Island ehe wir uns zur Erholung kurz in unsere Unterkunft zurückziehen.
Pünktlich um 20.00 Uhr sind wir wieder unten am Hafen um die Lichtershow zu bestaunen. Nebst dem bereits bekannten Lichtspektakel mit Musik steigen auf einmal noch unzählige Drohnen in die Luft
um verschieden Sujet an den Nachthimmel zu projizieren. Wunderschön.
Spät aber hungrig begeben wir uns auf den Temple Street Night Market. Zahlreiche Essensstände bieten leckeres und nicht so lecker aussehendes Essen an. Wir entschieden uns für ein Restaurant mit
Plastikstühlen auf der Strasse und bestellen ein paar Sachen. Das Essen ist Durchschnitt, das wuselige Leben auf der Strasse dafür umso spannender.
Schnell und bequem reisen wir mit der MTR zum Disneyland Hongkong. Pünktlich zur Parköffnung um 10.30 Uhr stehen wir und noch ein paar weitere vor dem Eingang. Erst führt der Weg durch die Main Street ins Abenteuerland. Von dort geht es weiter via der rasanten Fahrt mit der Big Grizzly Achterbahn ins Toy Story Land. Durch das Fantasyland geht es zurück zur Main Street um die Parade nicht zu verpassen. Am späteren Nachmittag widmen wir uns dem Tomorrowland und natürlich Anna und Elsa in der World of Frozen. Trotz teilweise bis zu 40 Minuten anstehen schaffen wir es bis am Abend fast alle Bahnen einmal zu fahren. Zum Abschluss des Tages bestaunen wir um 20.30 Uhr die Lichtershow mit Feuerwerk am und über dem Schluss der magischen Träume. Selbstverständlich darf auch ein Andenken an den Ausflug ins Disneyland nicht fehlen. Mit der MTR geht es zurück zu unserer Wohnung wo wir kurz darauf in magische Träume versinken.
Den Freitag gehen wir gemütlich an. Wir spazieren durch die Strasse von Kowloon, schauen uns den Ramsch auf dem Ladies Market an und kaufen die eine oder andere Kleinigkeit ein. Am Mittag geniessen wir im Defeng Dim Sum Restaurant verschiedenste Gerichte die alle sehr gut schmecken. Nach dem Esse ruhen wir uns noch etwas aus, ehe wir wieder nach Hongkong Island fahren. Kaum aus der Station raus fängt es an zu regnen, zuerst nur ein bischen und dann bricht ein richtiges Gewitter über uns rein. Wir flüchten ins nächste Restaurant, eine Pizzeria. Es gibt schlimmeres als ein paar Happen Pizza zu essen. Als der Regen etwas nachlässt fahren wir mit der Doppelstöckigen Strassenbahn in Richtung Peak Tram. Wir wollen uns nämlich die Stadt auch in der Nacht noch von oben anschauen. Da unten nicht klar ist ob man oben wegen Nebel überhaupt auf die Stadt sieht kaufen wir keine Tickets für die Terrasse. Auf dem Peak angekommen regnet es noch immer und so erkunden wir erst das dortige Shopping Center. Kurze Zeit später können wir aber trotz leichtem Regen einen Blick auf die beleuchtete Stadt erhaschen. Mit der Standseilbahn fahren wir wieder nach unten und mit dem Bus weiter zum Star Ferry Pier. Diesmal steigen wir im oberen Deck ein um auch vom Wasser aus den besten Blick auf die nächtliche Skyline zu geniessen. Viel zu viele Fotos später legen wir an und zu Fuss und mit der MTR geht es zurück „nach Hause“. Schon wieder ist es spät geworden aber trotzdem kaufen wir an der Ecke ein paar Nudeln um in der Wohnung noch den letzten Hunger zu stillen.
Samstag, Abreisetag. Mit der MTR fahren wir an den Flughafen Hongkong. Kurz vor der Abreise erfahren wir bereits, dass unser Flug rund eine Stunde Verspätung hat. Somit haben wir also mehr als genügend Zeit es am Flughafen gemütlich zu nehmen. Alle Kontrolle verlaufen reibungslos und so Besteigen wir am späteren Nachmittag die Maschine von Hongkong Express Richtung Taipeh.
